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Martina HAUSMANN
- Dossard 11 - 6 jours 2011
Version Anglaise - Version Allemande


Zwei blutige Anfängerinnen und eine Spezialistin im Kampf um den neuen Weltrekord

Vom Laufen zum Gehen
Schon seit Jahren beobachte ich, dass mein sogenanntes Laufen immer mehr zum Gehen verkommt. Ich werde auf meinen Hausrunden immer langsamer, derweil orthopädische Probleme zunehmen. Öfters werde ich von Läufern wegen meines Geschwindschrittes angesprochen. Warum sollte ich nicht endlich aus der Not eine Tugend machen? Nur leider ist Gehen als Sportart in Deutschland so populär wie Socken waschen: Jeder tut es – aber was bitte soll daran sportlich sein?! So trainiere ich eben allein frei Schnauze – und stelle bei meinem ersten offiziellen Test in Evreux/F gleich einen Indoor-Weltrekord auf mit gut 242km auf 48 Stunden.
In Frankreich ist Gehen so beliebt, dass es gleich mehrere Begriffe für diese Sportart gibt: Marche randonné (wandern), marche récréation (spazieren gehen), marche de grand fond (Ultralangstreckengehen), marche de fond (Langstreckengehen allgemein), marche de vitesse (Olympische Distanzen). Die verlangte Technik ist für marche de grand fond bedeutend einfacher als beim marche de vitesse. Im Gegensatz zum marche de vitesse muss beim marche de grand fond im wesentlichen nur immer ein Bein am Boden sein. Gestreckte Beine und aufrechte Körperhaltung sind zwar erwünscht, aber geringfügige Missachtung führt hier nicht zwingend zur Disqualifikation.
Nach dem 1000-Kilometerrennen von Athen nehme ich mein handgestricktes Gehtraining wieder auf. Ich stelle einmal mehr fest: Gehen ist klasse! Es geht zügig voran ohne irgendwelche Beinprobleme! Einziges Handicap: Mein linkes Bein hat eine Streckhemmung, und krumme Beine sind bei Gehrichtern nicht so beliebt.

Startvorbereitungen
Als ich in Nizza ankomme, werde ich gleich von Marie in Empfang genommen, während ihr Verlobter und Organisator des „French Ultra Festivals“ Gérard Cain schon mein Zelt aufgebaut hat. Dieses tolle „palais rouge“, ausgestattet mit zwei Schlafzimmern, Esstisch und Toilette, steht wunderbar zentral auf der Wiese gegenüber der Futterstation. Alan Youngs Gepäck liegt davor. Wenig später falle ich meinem bewährten Betreuer in die Arme. Wir richten uns häuslich ein und gehen gepflegt zum Abendessen. Dieses dauert in Frankreich zum Glück Stunden. Wir haben uns jede Menge zu erzählen! 
In der Nacht fängt es heftig  an zu regnen. Ich zirkuliere mental auf der überfluteten Einkilometerrunde: Zum Stadion hinaus, den ‚Mount Everest’ hoch, den holprigen und steinigen Pfad  unter der Burg entlang, gelange ich oberhalb des Meeres auf breiterem Holperweg zur Alleestraße mit dem zerborstenen Asphalt und über den Sandweg zurück ins Stadion. An Schlaf ist nicht zu denken. Am Morgen schüttet es wie aus Eimern. Donnergrollen. Blitze zucken. „Ich war 34 Jahre lang Wasseringenieur!“ meint Alan beruhigend, während er sich um das Zelt kümmert. Eine Sorge weniger!! Große Mengen Bier alkoholfrei, Zitronensaft und Ginger Ale besorgt er so nebenbei.

Erster Tag: Unterricht vom Gehrichter (123km)
Pünktlich zum Start um 16 Uhr dreht Petrus vorübergehend den Wasserhahn zu. Bereit stehen 92 Läufer und 21 Geher, darunter 7 Geherinnen. Der oberste Gehrichter ist Hugues Pannier. Seine Frau Josiane und Tochter Magali sind im gleichen Rennen.  Da ich Hugues von Evreux kenne, habe ich ihn nicht mehr auf mein linkes Krummbein hingewiesen. Das ist ein Fehler! Gleich in der ersten Runde springt er hinzu und nimmt mich zur Seite. Ich solle die Beine strecken, den Oberkörper aufrichten und bittschön den Hintern nicht so herauskragen lassen. Ich solle das Schwungbein erst nach vorne nehmen, wenn die hintere Ferse am Boden mit dem übrigen Körper bis zum Kopf eine Linie bildet. Aha. Alan beobachtet mich im Gespräch  mit Hugues,  steht  Todesängste aus und sieht sich schon zu einer Woche Urlaub an der Cote d’Azur verdammt. „Nein, nein! Ich bin nicht disqualifiziert!“ rufe ich beruhigend. „Ich habe nur gerade bemerkt, dass mein Training der letzten Wochen keinen Pfifferling wert war.“ Diese holprige Piste ist was anderes als der glatte Betonboden von Evreux oder die glatten Flurbereiniungswege zu Hause! In den Folgerunden konzentriere ich mich auf die richtige Technik im Gelände. Nach der ersten Stunde bin ich gerade mal 6 Kilometer weiter und finde mich auf dem 104. Gesamtplatz. Immerhin hat mich Hugues nicht mehr angepfiffen. Die gehende Elite ist locker flockig mit 7 und 8 Kilometer enteilt. Josiane hat erst im letzten Jahr den Weltrekord im 6-Tage-Gehen auf knapp 474km verbessert, und die Italienerin Nicoletta Mizera ist bereits über 200km (!) in 24 Stunden  marschiert (!).
martina2Donnergrollen am späten Abend. Dauerregen verschiedenster Ausprägung in der Nacht. Bevor die Füße zu Wasserleichen verkommen, wechsle ich zu meinen schwereren und steifen Goretex – Traillaufschuhen. Die Wettervorhersage war schon zu Hause dermaßen katastrophal, dass ich diese bisher nur im heimischen Regenwald zur Pilzsuche getesteten Schuhe als Notfallausrüstung eingepackt habe. Die Füße fühlen sich damit in all dem Wasser wirklich trocken an, Druckstellen bilden sich überraschend keine, und ich lasse sogar die geplante Pause um 4 Uhr früh aus.  Alan schaut verwundert; wir hatten abgesprochen, dass ich von Anfang an alle 6 Stunden kurz bis max. eine Stunde pausiere. Der Kurs ist besonders auf dem steinigen Holperpfad unter der Burg noch  aufgeweicht und mit zahllosen Pfützen durchsetzt. Ich will warten, bis ich zu normalen Laufschuhen wechseln kann. Hugues kritisiert wieder einmal meinen Gehstil. Ich solle nicht so um die Kurven schleichen. Wenn ich nicht aufpasse, ziehe ich das linke Krummbein schlampig nach.
Zwei Stunden später ist den Füßen keine achtstündige Wasserschlacht anzusehen. Ich bin begeistert.  Noch mehr begeistert bin ich über die mehr als dreistündige Pause von Nicoletta! In den frühen Morgenstunden führe ich knapp vor Josiane und Nicoletta!   Nach 24 Stunden hat Nicoletta ihren Rückstand fast wieder aufgeholt, und Josiane folgt ihr auf den Fersen. Ich befinde mich bereits auf dem 42. Gesamtplatz. Das Rennen verspricht spannend zu werden, ganz nach meinem Geschmack!

Zweiter Tag: Erlaubte Sprünge (100km)
Ich ziehe mich zur ersten längeren Pause von fast einer Stunde zurück. Gehen ist noch weniger ermüdend als der ökonomischste Schlappschritt! Pausen benötige ich  zur Entspannung der Beine und noch mehr zur Kühlung der Füße. Erstmals werden uns heute Abend Emails an der Strecke ausgeteilt. Ich erhalte Post in Deutsch, Englisch, Französisch.

martina5Kaum habe ich genüsslich mit der Lektüre begonnen, erinnert mich Hugues an die korrekt aufrechte Geherhaltung. Wie soll ich jetzt lesen?! Ich versuche, lesend und Restpfützen umrundend eine gehrichterakzeptable Lösung zu finden. Überholende Mitgeher kichern.  Den nächsten Franzosen spreche ich auf Englisch an und den übernächsten auf Deutsch. Auch die Koordinationsfähigkeit einer Yogalehrerin hat ihre Grenzen! Herbert schreibt, der große Regen wäre vorbei und ich soll mich auf viel Sonne einstellen. Zur Bestätigung blinzeln am späten Abend vereinzelte Sterne zwischen den Wolken. Ich freue mich auf die ruhige Nacht, verschwinde schnell zum Umziehen.
Nach wenigen Runden wird meine Musik von Donnergrollen untermalt! Ohne weitere Ankündigung fängt es von einer Minute auf die andere an, aus vollen Kübeln zu schütten. Ich bin gerade am Zelt vorbei. Entgegen der Laufrichtung gehe ich niemals. Fluchend, brummend und quietschnass platze ich keine 10 Minuten später ins Zelt. Alan wollte gerade selig einschlafen. Im Gegensatz zu mir brummt er wenigstens nicht. Abtrocknen, noch mal komplett umziehen. Schon ist der Schauer vorbei. Am Ausgang des Stadions im Übergang zum ‚Mount Everest’ hat sich ein regelrechter Fluss gebildet. Die zwei darüberliegenden Paletten sind eventuell eine Brücke für größere Geher oder für Läufer. Ich komme jedenfalls ohne Sprung nicht rüber. Der beobachtende Gehrichter bemerkt mein Problem – und schmunzelt. Ich darf springend weiter! Anschließend bleibe ich an einem Stein hängen, stolpere, und um nicht zu stürzen mache ich wieder einen Satz. Bis zum Morgen ist der Fluss zum Bach degradiert; es ist nur noch eine Palette als Brücke nötig. Nach 48 Stunden ist Nicoletta eine Runde voraus, Josiane drei Runden zurück. Drei Männer der Geherfraktion sind uns voraus. Motiviert bis über die Haarspitzen freue ich mich auf meine Pause.

Dritter Tag: Letzter Zusammenstoß mit dem Gehrichter und Unterricht Teil 2 (99km)
Wieder unterwegs, springt mich Hugues bitterböse aus dem Hinterhalt an und droht mir mit dem Finger. „Du weißt jetzt, wie man geht. SO geht man nicht!“ Er imitiert einen anpirschenden Indianer. „Beim nächsten Mal werde ich Dich anhalten! Kein Galopp mehr!!“ Ich weiß nicht recht, was er mit ‚anhalten’ meint. Vor einer Disqualifikation sollte es doch Zeitstrafen zur Verwarnung geben? Vollkommen verdattert bewege ich mich eher in Zeitlupe, um sicher zu sein, dass ich das Schwungbein erst vornehme, wenn das hintere Bein bestmöglich gestreckt ist. Gleich ist er wieder da! Diesmal lobend. „So ist es gut. Gehe schön langsam, dann machst Du keine Fehler.“ Ich heule vor Angst und vor Wut. Ich will gerade nicht langsam gehen! Kurz darauf spricht mich der Läufer Christian Marti aus der Schweiz an. Er ist ziemlich aufgebracht „Ich habe beim Abendessen ein Gespräch der Gehrichter mitbekommen! Du musst aufpassen! Sie sagen, Du galoppierst nur und gehst nicht!!“ Ich nicke. „Ja, ich weiß! Und ich soll langsam machen, dann sei es schon richtig…Ich habe übrigens gerade seine Frau überholt!!“ Christian fasst es nicht und macht seiner Meinung Luft über die französische Version eines unparteiischen Schiedsgerichtes. „Beruhige Dich! Ich spreche mit ihm!“ – „ Bei einem Galopp sind alle Viere in der Luft. Das ist bei mir praktisch nicht möglich, da mir dabei das Knie wehtäte.“ Jeder, den ich frage, bestätigt mir, dass bei mir immerzu ein Fuß am Boden ist. Bei all der Aufregung vergeht die Zeit im Nu. Angst weicht Ärger.
Nachts pausiert Nicoletta leider nur 1 ½ Stunden, so dass ich sie nicht weiträumig genug überholen kann. Josiane bleibt an mir dran trotz beginnender Probleme mit ihrem Rücken. Ihre Tochter Megali hat wie Josiane einen wunderbaren Gehstil, aber sie schläft zu gerne und holt sich zudem eine Verletzung am Fuß. Zu unserer beiden Erheiterung erklärt sie mir bilderbuchmäßigen Gehstil: „Den Körper strecken, aber die Schultern unten lassen…die Hüfte anheben und dann erst nach vorne geben“. Ich versuche, dies unter ihren kritischen Augen in die Tat umzusetzen. Wir haben selten so gelacht! 
Bis zum Mittag wird es sehr heiß. Alan muntert mich immer wieder mit Leckerli auf in Form von Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen. Mit dem Fahrrad von K.-G. Nyström aus Schweden sind solche Besorgungen schnell gemacht. Ich bespreche mich während der kurzen Pause um 10 Uhr mit Alan, Füße wie immer in wasserdichten Beuteln in kaltem Wasser. „Der einzig kühle Platz an der Strecke ist der schattige große Baum im Aufstieg am ‚Mount Everest’, erkläre ich. „Kein Problem“, versichert Alan, „ich werde alles dort vorbereiten für die große Pause um 16 Uhr“. Ich möchte einmal ein Mehrtagerennen erleben, bei dem ich mit einem einzigen Ruheplatz auskomme!!! Nicoletta ist jetzt schon 7 Kilometer voraus, Josiane folgt mir hartnäckig auf den Fersen. Die Spannung reißt nicht ab!

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Vierter Tag: Mein Alptraum schlechthin (95,2km)
Das Wetter hat sich entschieden für schwülwarm und sonnig. Umso mehr genieße ich die Stunde Pause im Schatten. Ich stürze mich seufzend wieder hinaus ins pralle Leben in der Sonne. Nach dem ersten gedankenlosen Laufschritt von der Liege weg fällt mir ein, dass ich im Gehen unterwegs bin. Ich erschrecke fast zu Tode. „Der Alptraum schlechthin! Ich wache von einer Pause auf und laufe gewohnheitsmäßig irgendwie los…“
Zunehmend müffelt es rund um die Piste. Trotz der weit über 100 Teilnehmer gibt es keine Toiletten direkt an der Strecke. Weiträumig im Stadiongebäude verteilt, erreichbar über Treppen, gibt es insgesamt acht Toiletten …von denen man nie weiß, ob sie besetzt sind und/oder ob Papier da ist. Die wenigsten haben wie ich Basislager mit Notklo. Nicht nur die Männer erledigen kleinere Geschäfte daher im Vorbeiflug. In den nächsten Tagen kommen noch die Teilnehmer der 72- und 48-Stunden-Wettbewerbe dazu!
Eine wirkliche Entscheidung um die Führung fällt noch nicht. Josiane muss wegen ihres Rückens leicht abreißen lassen. In zunehmendes Erstaunen versetzt mich Nicoletta, die hier gewissermaßen  genauso blutige Anfängerin ist wie ich: Sie hat keinerlei Multidayerfahrung! Technik gegen Taktik. Sie beobachtet mich jedenfalls sehr genau, und sie hat viele Freunde, sowohl Helfer als auch Mitgeher. Ich versuche im Gegenzug, die Technik zu kopieren.  Trotz aller Mühen ist sie am Ende des Tages schon 10 Kilometer weiter als ich.

Fünfter Tag: Magische Kräfte? (98,3km)
Wie kann ein Multidayneuling dermaßen konstant gehen und dabei noch sparsamer ruhen als ich?? Meine Taktik ist ziemlich ausgereizt. Noch weniger Pausen kann ich nicht machen, ohne mich selbst schachmatt zu setzen. Alle 6 Stunden eine viertel bis ganze Stunde, niemals länger, ist für mich absolutes Minimum. Schneller zu gehen traue ich mich nicht; sonst meint Hugues wieder, ich galoppiere. Andererseits kommt Nicoletta auch nicht mehr über 5km/h brutto hinaus! Ich erspähe sie rundenlang an gleicher Stelle auf dem Kurs. Selten ergibt es sich, dass sie kurz vor mir geht. Bemerkt sie mich…schwupps – nach der nächsten Kurve ist sie spurlos verschwunden! Manchmal sehe ich sie stundenlang gar nicht. Das hat nichts zu sagen. Aber Alan entdeckt sie auch  nicht! Dabei bewegt sie sich laut Computerzählung voran! Hat die Dame wohl magische Kräfte?! Die französische Konkurrenz witzelt, es wäre in Italien verbreitet üblich, mal eben die Nummer mit den Elektrodrähten dem Freund unter die Jacke zu stecken und derweil ein bisschen zu schlafen. Wie auch immer, enteilt sie um weitere vier Kilometer.

martina3Sechster Tag: Alan Young als Detektiv (92,2km)
Alan, sonst die Ruhe in Person, ist genauso aufgeregt wie ich. „Die Franzosen meinen alle, da ist was faul!!“ Er beschließt in der letzten Nacht, der Angelegenheit auf den Grund zu gehen. Alan als Detektiv?! Er findet lediglich heraus, dass Nicoletta niemals alleine geht und mit ziemlich vielen Leuten unter einer Decke steckt. Sie beobachten mich schärfer als die Gehrichter. Arbeit im Team ist sicher die intelligente Lösung, wenn es an taktischer Erfahrung mangelt. Die Detektivarbeit kostet Alans ohnehin minimalistische Schlafzeit. Hernach verpennt er bis zum späten Vormittag. Als ich mich laut stöhnend und ächzend umziehe, traue ich mich nicht, ihn zu wecken. Dafür werde ich anschließend richtig geschimpft. Ich hätte ihn mit Gegenständen bewerfen sollen, damit er aufwacht! „Bin ich Yiannis Kouros?!!“ rufe ich empört. Er hält mir die Backe hin, damit ich wenigstens drauf haue. Ich setze einen Kuss hin…und fort bin ich! Eigentlich möchte ich in den letzten Stunden ordentlich Kilometer plattmachen. Stattdessen erledigt mich die schwüle Hitze. In meinem Dusel bekomme ich nicht mal mit, als Gérard und Marie mittags  von ihrer Hochzeitsfeier zurückkommen und mit rosarotem Automobil die Strecke entlangfahren! Alan hat mir streng verboten,  vor Erreichen der 600 Kilometer noch mal anzuhalten. Mir dreht sich alles, und ich widersetze mich für zwei Minuten dem Verbot. Plötzlich reiße ich die Augen weit auf: Da drüben LÄUFT ein Spanischer Geher, sichtlich gedankenverloren und halb schlafend. Oh Gott…mein Alptraum!! Schon steht ein Gehrichter vor ihm, rote Fahne in der Hand, und führt ihn ab.
Nachdem ich mit 600 Kilometern mein eigentliches Traumziel  erreicht habe, darf ich überglücklich für eine halbe Stunde im Schatten sitzen mit den Füßen im herrlich kalten Wasser. In feuchte Tücher eingehüllt und spürbar erholt kann ich die letzten 90 Minuten auf der Strecke regelrecht genießen. 7,724 Kilometer hänge ich noch an.

martina4Fazit
Ohne einen Betreuer, der sich diesmal zu 100% nur auf mich konzentriert hat und ohne die Konkurrenz von Josiane und Nicoletta, die einen so spannenden Wettkampf ermöglichten, hätte ich niemals diese hohe Kilometerzahl erreicht! Josiane hat mit 556,575 km ihren Weltrekord vom letzten Jahr weit überboten. Der neue Rekord geht mit 616,025km an Nicoletta Mizera. Nur zwei Männer sind weiter marschiert! Dominique Naumowicz meint als Sieger nach 665,225km, ihm habe einfach die Konkurrenz gefehlt, um noch weiter zu kommen. Als einer der Ersten – nach Alan -  stürmt Hugues  auf mich zu. Er drückt mich ganz, ganz fest! Sicher werden wir uns alle noch öfters in weiteren Ultragehen begegnen; darauf freue ich mich schon jetzt riesig.
Die grandiose Siegerehrung geht nahtlos über in die Hochzeitsparty von Gérard und Marie. Was toppt hier was???


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